Review Summary: Neuer deutscher Punk
Die Periode zwischen 2010 und 2020 ist nicht wirklich bekannt für einprägsame Deutsch-Punk Veröffentlichung. Ich persönlich komme seit dem Release 2015 immer wieder zu diesem Album zurück und es markiert auch eines der raren Höhepunkte dieses Jahrzehnts, welches dieses auch thematisch gut zusammenfasst, bzw. auch Kritik an den Entwicklungen übt, die zu diesem Album führten.
Die Band hat es auf dem Album geschafft Texte zu schreiben, die einerseits einfach sind, aber trotzdem auch den Anspruch von intellektuellen linken Personen befriedigt. Die Songs sind auch nicht zu aggressiv geschrieben. Dies mag auch der gleichförmigen Stimme des Sängers und den doch eher Indie Musik angehauchten Sound geschuldet sein. Durch diesen gelungenen Spagat schaffen sie sich ein grösseres Zielpublikum.
Die Kritik, die an der Band geübt wird und auch an anderen deutschen Punk Bands, die einen ähnlichen Stil verfolgen, ist, dass sie zu sehr auf Kommerz ausgelegt sind. Aber genau das ist wichtig. Die behandelten Themen sind schon lange nicht mehr nur Problematiken einer Subkultur und in dieser Form finden sie auch mehr Abnehmerinnen.
Thematisch sprechen sie viele Themen an. Den Anfang macht ein Song über den Kulturbetrieb im Kapitalismus und die Situation von Künstlerinnen. Im Laufe der 12 Songs kommen dann unter anderem Themen wie die Digitalisierung (Trümmer), Besitz im Kapitalismus (Kein Stück), Stoizismus und Betäubung durch Konsum (Stagnation), Hippster (Der beste Club der Welt) und andere zur Sprache.
Musikalisch hat die Band einen Stil gefunden, der ein wenig mit anderen Bands zu vergleichen ist. Dazu zaehle ich unter anderem Karies, Pascow oder Freiburg. Es ist sicher nicht der typische deutsche Punk, den man kennt. Die Songs kommen weder dreckig noch abstossend daher.
Für mich ein Meilenstein und ein Spiegel der Gesellschaft im Jahr 2015 und heute. Den Abschluss bildet "Brennt alles nieder", welcher die fehlende Solidarität kritisiert und auch noch mal daran erinnert, was uns eigentlich vereinen sollte.
-- Added DeepL Translation for it
The period between 2010 and 2020 is not really known for catchy German punk release. Personally, I keep coming back to this album since its release in 2015 and it also marks one of the rare highlights of this decade, which also sums it up well thematically, or rather also criticizes the developments that led to this album.
The band has managed on the album to write lyrics that are simple on the one hand, but still satisfy the demands of intellectual left-wingers. The songs are also not written too aggressively. This may also be due to the uniform voice of the singer and the rather indie music approached sound. Through this successful balancing act they create a larger target audience for themselves.
The criticism that is leveled at the band and also at other German punk bands that follow a similar style is that they are too commercial. But that is exactly what is important. The topics they deal with are no longer just problems of a subculture and in this form they find more buyers.
Thematically they address many topics. The beginning is a song about the culture industry in capitalism and the situation of female artists. In the course of the 12 songs, topics such as digitalization (Trümmer), ownership in capitalism (Kein Stück), stoicism and numbing by consumption (Stagnation), hippsters (Der beste Club der Welt) and others come up.
Musically, the band has found a style that is somewhat comparable to other bands. Among them I count Karies, Pascow or Freiburg. It is certainly not the typical German punk that you know. The songs come across neither dirty nor repulsive.
For me a milestone and a mirror of society in 2015 and today. The final song is "Brennt alles nieder", which criticizes the lack of solidarity and also reminds us once again what should actually unite us.